Wärmedämmverbundsystem: Was Sie vor der Montage wissen müssen

Wärmedämmverbundsystem: Was Sie vor der Montage wissen müssen

05. Februar 2025 · Heiko Braasch

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen zur Energieeinsparung an der Gebäudehülle. Richtig geplant und ausgeführt, kann es den Heizenergiebedarf eines Einfamilienhauses um 20–40 % senken. Falsch gemacht, entstehen Feuchtigkeitsprobleme, Risse im Putz und im schlimmsten Fall Schimmelbefall.

Die wichtigsten Vorab-Entscheidungen

EPS oder Mineralwolle?

EPS (expandiertes Polystyrol, „Styropor”) ist günstig, leicht und gut zu verarbeiten. Es ist diffusionshemmend – feuchte Luft kann nicht durch die Dämmung wandern. Das ist meist kein Problem, solange die Dampfbremse stimmt.

Mineralwolle ist diffusionsoffen und nicht brennbar (Brandschutzklasse A). Sie ist die richtige Wahl bei Gebäuden mit Brandschutzanforderungen, bei historischen Fassaden mit starker Putzstruktur und überall dort, wo die Fassade „atmen” muss.

Für Einfamilienhäuser aus den 1960er bis 1990er Jahren ist EPS die häufigere Wahl. Für Altbauten mit Kalkputz empfehlen wir Mineralwolle – und in Denkmalschutzbereichen ist der Einsatz von WDVS ohnehin vorab mit dem Amt abzustimmen.

Dämmstärke nach GEG

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG, ehemals EnEV) schreibt bei wesentlicher Änderung der Außenwand einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²·K) vor. Bei einem ungedämmten Vollklinker aus den 1970er Jahren mit U-Wert ~1,4 W/(m²·K) erreicht man diesen Wert typischerweise mit 12–16 cm EPS-Dämmung.

Untergrund prüfen

Das wird oft unterschätzt: Ein WDVS ist nur so stabil wie sein Untergrund. Loser Altputz, Risse im Mauerwerk oder Feuchtigkeitsschäden müssen vor der Dämmung behoben werden. Wir nehmen vor jedem WDVS-Auftrag eine Haftprüfung des Untergrunds vor.

Ablauf

  1. Baustelleneinrichtung und Untergrundvorbereitung
  2. Dämmplatten kleben und dübeln (je nach Untergrund 4–8 Dübel/m²)
  3. Armierungsschicht: Glasfasergewebe eingebettet in Armierungsmörtel
  4. Grundierung
  5. Oberputz in gewählter Körnung und Struktur (Reibeputz, Kratzputz, Strukturputz)
  6. Abschlussanstrich (wenn gewünscht, z. B. für dunkle Farbwünsche)

Die Gesamtdauer für ein Einfamilienhaus beträgt typischerweise 2–3 Wochen, abhängig von Witterung und Trocknungszeiten.

Was kostet ein WDVS?

Richtwert für ein Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Fassadenfläche: 12.000–22.000 € je nach Dämmstärke, Untergrundaufwand und Putzausführung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) deckt bei Sanierungsmaßnahmen bis zu 15 % der Kosten ab – lassen Sie sich dazu von Ihrem Energieberater eine Bestätigung ausstellen.

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