03. März 2025 · Heiko Braasch
Risse im Außenputz begegnen uns regelmäßig bei Besichtigungen in der Region – besonders in Zwenkau und Brandis, wo ältere Gebäude in ehemaligen Bergbaugebieten gelegentlich mit Setzungen zu kämpfen haben. Aber nicht jeder Riss ist ein Alarmzeichen. Die Kunst liegt darin zu erkennen, was harmlos ist und was Handlungsbedarf hat.
Haarrisse (< 0,2 mm): Entstehen typischerweise durch Schwindrisse im Putz oder thermische Dehnung. Technisch unbedenklich, solange sie nicht wasserführend sind. Können mit einer elastischen Fassadenfarbe oder einem Deckputz einfach überbrückt werden.
Netzrisse: Feinmaschige Rissnetze im Oberputz entstehen oft durch zu schnelles Austrocknen des Putzes (Sonne, Wind) oder durch zu kurze Standzeiten zwischen Schichten. Sanierung: Rissgrund verfestigen, Armierungsschicht auftragen, neu verputzen.
Strukturrisse (> 0,5 mm, durchgehend): Diese Risse gehen durch Putz und ggf. bis in den Unterputz. Sie entstehen durch Setzungen im Mauerwerk, Frost-Tau-Wechsel oder fehlende Dehnfugen. Hier müssen zunächst die Ursachen (Setzung aktiv oder abgeschlossen?) geklärt werden, bevor saniert wird.
Horizontale Risse auf Höhe von Decken oder Stürzen: Ein Hinweis auf Relativbewegungen zwischen Mauerwerk und Betonbauteilen. Diese Risse schließen sich durch Verfüllen nicht dauerhaft – hier braucht es konstruktive Lösungen (Dehnfugenband, ggf. Rückbau).
In Teilen von Zwenkau und südöstlich von Leipzig gibt es Bereiche, die historisch von Braunkohlebergbau beeinflusst sind. Setzungen können hier über Jahrzehnte andauern. In solchen Fällen ist es unseriös, einfach zuzuputzen und zu streichen. Wir empfehlen, zunächst einen Sachverständigen einzuschalten, der die Setzungsaktivität beurteilt.
Für eine verlässliche Einschätzung vor Ort ist eine kostenlose Besichtigung der schnellste Weg.
Wir schauen uns Ihr Projekt unverbindlich an – in Leipzig und der gesamten Region.
☎ 0173 3784083